Feuerstarter: Zündstahl und Kienspan

Zündstahl, Feuerstahl oder wie im englischen Ferro Rod, gehören zu einem der beliebtesten Feuerstarter im Outdoorbereich. Aber warum, wenn ich ein Feuer auch mit einem Feuerzeug oder mit Streichhölzern anzünden kann? Hierfür gibt es verschiedene Gründe:

Der Zündstahl ist sehr robust, kann ohne weiteres nass werden und funktioniert dennoch im Gegensatz zu Streichhölzern. Er besitzt eine sehr hohe Lebensdauer, man sieht immer wieviel Zündstahl noch vorhanden ist und seine Funktionalität gibt kaum ab. Feuerzeuge hingegen sind auf einmal leer, mechanisch defekt oder funktionieren in hochalpinen Lagen nicht mehr richtig.

Der Zündstahl erzeugt Funken mit über 3‘000 Grad Celsius, damit lassen sich z.B. fein abgeschabtes Holz, trockenes Gras, Birkenrinde oder auch ein Papiertaschentuch und viele andere Zunderarten und Materialien direkt entzünden. 

Eine der besten und populärsten Kombinationen ist allerdings Kienspan und Zündstahl.

Kienspan ist extrem reichhaltig an Baumharz und ist damit wir der Zündstahl feuchtigkeits- und wasserresistent. Um eine Flamme zu erzeugen, reicht es schon einen kleine Menge in der Grösse eines Kirschkern fein abzuschaben. 

Viele Zündstähle werden bereits mit einem scharfkantigen Metallschaber angeboten, ein Messer mit einem scharfkantigen Messerrücken wie z.B. das Fällkniven F1 oder das Mora Bushcraft ermöglichen beim schaben aber eine viel höhere Kraftübertragung und machen den Vorgang dadurch viel einfacher. 

Zündstahl und Kienspan / TinderSticks

Und so sollte es funktionieren:

mit der scharfen Kante des Messerrücken eine kleine Menge (ca. Kirschkern gross) vom Kienspan abschaben, auf dem Zündstahl bildet sich bei Nichtgebrauch eine Art Korrosionsfilm, diesen erst leicht abschaben, dann durch eine langsame Schabbewegung die noch keinen Funken erzeugen soll einige Späne vom Zündstahl in die Späne vom Kienspan kratzen und dann durch eine schnelle, kräftige und gezielte Abwärtsbewegung Funken erzeugen 

In vielen Fällen sieht das alles sehr einfach aus und ist es auch wenn man die nötige Übung hat. Also immer mal wieder üben und auch andere Zunderarten und Materialien ausprobieren.

Versucht so nah wie möglich mit dem Zündstahl an den Zunder zu kommen und präzise zu arbeiten. Ein Funkenregen wie man ihn vielfach sieht, macht keinen Sinn und erhöht nur den Verschleiss des Zündstahl.

Auch die Verwendung der Messerschneide zum schaben am Kienspan und Zündstahl sollte vermieden werden, den damit tut Ihr Eurem Messer, welches eines der wichtigsten Werkzeuge im Outdoor- und Survivalbereich darstellt, keinen Gefallen. 

Grundsätzlich spricht nichts gegen die Verwendung von Feuerzeugen und Streichhölzern, empfehlenswert ist es immer ein Backup dabei zu haben. Ob das nun Eurer Zündstahl und Kienspan ist oder das Feuerzeug, bleibt selbstverständlich jedem selber überlassen. Gut ist beides dabei zu haben.

Ein Video zu diesem Thema findest Du weiter unten oder auf meinem YouTube Kanal "Taromovies".

Ich hoffe die kleinen Tipp‘s helfen ein bisschen weiter bei der Wahl des richtigen Equipment und wünsche Euch viel Spass in der Natur.

Euer Taro     

Infos zu Kursen und Workshops unter: www.swissbushcraft.ch

 

Das könnte Dich auch interessieren

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
TEST
Zum Artikel
TEST
Zum Artikel