Fallschirmjäger-Tagebuch Teil VI: Mutproben, Einsatz im Gelände und schärfen der Sinne

Teil 6 - Mutproben, Einsatz im Gelände und schärfen der Sinne

 

 

Um 4Uhr morgens begann der Tag mit der Zeltbahnpaket-Ausbildung. Dabei lernten wir, wie wir mit Hilfe unserer Zeltbahn und des Ponchos, den Rucksack wasserfest verpacken mussten, sodass die Ausrüstung selbst beim Durchschwimmen eines Gewässers trocken bleiben würde. Anschließend verlegten wir in die Schwimmhalle, die im Dunkeln lag.

Um unsere Schwimmfähigkeit nachzuweisen, musste jeder Teilnehmer einen Kopfsprung aus einer Höhe von 3 Metern in die Dunkelheit wagen und anschließend ohne aufzutauchen ein Licht in etwa 20m Entfernung erreichen. Wem dies nicht gelang, der musste es erneut versuchen.

Folgend, nun mit Beleuchtung, war eine Strecke von 100m in 5 Minuten mit Kleidung zurückzulegen. Da wir den Zeitansatz zum Umziehen nicht halten konnten, mussten wir erneut Extrarunden laufen, diesmal jedoch bei spiegelglatter Straße und erneut bergauf. Nach dem Empfang der Verpflegungsration verlegten wir mit dem Bus ins Gelände zum nächsten Ausbildungsort. Der Bus wurde jedoch „vom Übungs-Feind angeschossen“ und so ging es im Eilmarsch eine unbekannte Strecke mit zahlreichen Extrarunden bergauf.

Am Ausbildungsort angekommen, lernten wir behelfsmäßige Tragen für Verwundete zu bauen und Feuer selbst bei widrigsten Witterungsbedingungen (siehe Video) zu entfachen. Hilfsmittel wie die LIGHT MY FIRE TinderSticks oder TinderDust waren ebenso erlaubt wie Tampons oder Vaseline. Letzteres ergibt in Kombination einen hervorragenden Anzünder, jedoch nur wenn die Wolle des Tampons wirklich trocken bleibt. Der große Vorteil der TinderSticks dahingehend ist ihre gewährleistete Brennbarkeit, selbst wenn sie nass sind. Damit machen sie sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil jeder Outdoor und Survival-Ausrüstung! Im Normalfall kann man aus einem Stick bis zu zwei Feuer entfachen. Der TinderDust hingegen bleibt schon durch seine wasserfeste Verpackung trocken und erfordert kein Kleinraspeln. Je nach Geschick benötigt man hiervon mehr oder weniger Späne um ein Feuer anzuzünden – nach meiner Erfahrung sollte es jedoch mindestens für dreimal ausreichen. 

  

Nach einer kurzen „Feuerprüfung“ bei der wir 15 Minuten Zeit hatten aus dem feuchten Holz der Umgebung ein Feuer zu entfachen und Wasser für einen Tee zum Kochen zu bringen, lernten wir, ein geeignetes Gruppenzelt aufzubauen. Anschliessend vertieften wir unser Wissen über das Leben im Felde und übten die dafür entsprechenden Befehle zu geben.

Mit Beginn der Dämmerung erhielten wir einige Informationen über unseren Zielort, zu dem es sich unerkannt durchzuschlagen galt. Dabei benötigten wir für eine Strecke, die in Luftlinie etwa 300m betrug, etwa 2 Stunden, um eine große Kreuzung ungesehen zu überwinden. Wir bewegten uns an rutschigen Steilhängen und überquerten Freiflächen in kleinen Gruppen im Sprung.

Besonders hilfreich war dabei die Kommunikation über Lichtzeichen. Da die PETZL Tactikka Stirnlampe auch über rotes Blinklicht verfügt, konnten mit den nachfolgenden Gruppen über die vorher abgesprochene Erkennungszeichen kommuniziert werden. Die vom Hersteller angegebene 400m Sichtweite des Blinklichts kann ich uneingeschränkt bestätigen. Stellt man durch eine einfache Kombination das dauerhafte Rotlicht ein, so erscheint dieses auch wieder nach erneutem einschalten der Lampe. Man muss also nicht nach jedem Einschalten erneut bis zur richtigen Farbe kombinieren und erhält so zum einen die Nachtsehfähigkeit der Augen, indem man nicht geblendet wird und zum anderen bleibt man auf weite Entfernungen weitgehend unerkannt.

Am Fuße eines Berges „verletzte“ sich der größte und schwerste unserer Gruppe und musste zum Sammelpunkt verbracht werden, der wie zu erwarten war, noch etwa 2km hinter dem Berg lag. Dabei musste jeder in unserer Gruppe nicht nur seine eigene Ausrüstung von etwa 30kg tragen, denn zusätzlich kamen der Rucksack des Verwundeten, das 10kg schwere Funkgerät und 2 Bergseile hinzu. Fiel der „Verwundete“ hinunter oder wurde er abgesetzt, hätten wir zum Fuß des Berges zurückkehren müssen und erneut ansetzen. Nach Erreichen des Zwischenpunktes galt es sich bei nun einsetzenden Regen weiter unerkannt durchzuschlagen.

Kurz vor dem Ziel, etwa gegen 22Uhr mussten wir einen weiteren Eilmarsch im hügeligen Gelände durchführen, den es als geschlossene Gruppe und in unter 18 Minuten zu bewältigen galt. Nach der Mobilisierung der letzten Reserven konnten wir die Zeit halten. Wie wir später erfuhren, hatte eine der anderen beiden Gruppen nicht so viel Glück und musste den Eilmarsch wiederholen. Da sie die Zeit erneut nicht halten konnten, liefen sie so oft Extrarunden bis die Zeit gehalten wurde, aber einer der Kameraden auf Grund totaler körperlicher Erschöpfung aufgeben musste.

Den Schmerzen im Schienbein, den Verhärteten Rücken- und Oberschenkelpartien zum Trotz brachte nächste Tag etwas wie Euphorie mit sich, die erste Woche fast geschafft zu haben. Bis zu diesem Tag waren nur noch etwa 30 Lehrgangsteilnehmer dabei. Der Morgen begann mit einigen Unterrichten und mündete in der Nahkampfausbildung. Hier lernten wir die Basics des militärischen Nahkampfes wie Stände, Tritte, Schläge und Fallschule. Dank meiner langjährigen Kampfsporterfahrung konnte ich diese Einheit zur Auffrischung nutzen, bevor das langersehnte Wochenende eingeläutet wurde. Dies sollte für mich ganz im Zeichen der Regeneration stehen, um mich für die kommende Woche zu erholen.

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