Fallschirmjäger-Tagebuch Teil V: Die Orientierungsmärsche

Teil 5 - Die Orientierungsmärsche

Um den Lehrgang zu bestehen, müssen sich die Soldaten in 2 Orientierungsmärschen, je einen bei Tag und Nacht, prüfen lassen. Der Soldat erhält dafür im Vorfeld 10min Zeit 2 Skizzen von insgesamt 3 Wegpunkten anzufertigen. Anschließend werden die Teilnehmer einzeln in einem ihnen fremden Gebiet im Raum Spessart/Rhön ausgesetzt und müssen innerhalb von 10 Stunden insgesamt 7 Punkte anlaufen.

Dabei werden die ersten beiden Punkte über die zuvor angefertigten Skizzen erreicht und jeweils eine Kontrollnummer am Punkt abgeschrieben. Die folgenden zwei Punkte müssen via Marschkompasszahl ermittelt werden, wobei der Lehrgangsteilnehmer mit Hilfe des Kompass, der Himmelsrichtung und seiner gezählten Schritte eine bestimmte Entfernung und Richtung zum gesuchten Punkt zurücklegen muss. Die beiden letzten Punkte erreicht der Soldat über einen minimalen Kartenausschnitt, den er zu Beginn erhalten hat, bevor er selbstständig zum Abholpunkt orientiert.

 

Wer alle Kontrollnummern hat und den Orientierungsmarsch in unter 6 Stunden absolviert erhält die Note 1. Bis zur Note 4 erfolgen dabei zeitliche Abstufungen. Wer mindestens einen Punkt nicht findet und in unter 10 Stunden das Ziel trotzdem erreicht, erhält die Note 5. Sollte jemand den Abholpunkt nicht erreichen oder durch Verletzung vorzeitig abbrechen müssen, gibt es die Note 6. Dabei besteht jedoch die Möglichkeit in Kombination mit dem Nacht-Orientierungsmarsch eine schlechtere Note auszugleichen, sodass ein Bestehen mit der Mindest-Note 4,49 trotzdem möglich ist.

Nachdem wir in der Nacht nur etwa 4h Schlaf bekamen, eine erneute Vollzähligkeit der Ausrüstung vorgenommen wurde und noch einige Extrarunden gelaufen werden mussten, ging es mit dem Bus ins Gelände. Jeder Soldat hatte etwa 20 kg Gepäck im Rucksack mit zusätzlichen 10kg in der First- und Secondline. Hinzu kam die Waffe und Einmann-Verpflegung für den Tag.

Das Gelände war mit seinen steilen Hängen und feuchten Untergrund der härteste Gegner, den es zu bezwingen galt. Fast immer musste man auf allen Vieren das Gefälle überwinden. Fand man den gesuchten Punkt nicht sofort, lief man mehrere Kilometer in jede Richtung extra oder musste sogar zurück um von der letzten Stelle erneut anzusetzen. Der größte Nachteil im Winter ist dabei die früh einsetzende Dämmerung. Schon nach etwa 6h meiner Zeit fing es an zu dunkeln und später noch zu schneien.

 

Die PETZL TACTIKKA Stirnlampe konnte sich hierbei eindeutig bewähren. Selbst mit Handschuhen ist der Funktionsknopf problemlos  zu bedienen und der Clipverschluss im Stirnband ermöglicht sogar das Einhängen bzw. Umschlaufen der Lampe am Helm oder der  Secondline. Schnee, Regen und Kälte machten der Lampe für mehrere Stunden nichts aus und besonders der „Boost-Modus“ half mir, das steile und unwegsame Gelände taghell zu erleuchten und unverletzt anzukommen. Um meine Ausrüstung vor dem Durchnässen zu bewahren, zog ich den CARINTHIA Survival Rain Suit über die Firstline. Das geringe Packmaß und der leichte Stoff beeinträchtigten in keinster Weise, wie zuerst von mir angenommen, die Wetterfestigkeit der Jacke. Auch die Kapuze mit dem hohen Kragen, bot besten Tragekomfort.

 

Nach der Rückverlegung vom Marsch, war der Rest des Abends bis in die Nacht mit weiteren Unterrichten zum Thema Wassergewinnung und Personell Recovery geprägt.

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